Donnerstag, 3. Juni 2010

No more Lake

Tashkent - Nukus - Moynaq - Khiva -  Samarkand

Heute traurige Nachrichten aus dem fernen Osten: Besuch beim Aralsee, oder besser gesagt bei der Aralwueste.

"One of the most amazing things about the Aral Sea disaster is that it was no accident. The Soviet planners who fatally tapped the rivers that fed the Aral Sea, in order to irrigate new cotton fields, expected the sea to dry up."

Wo frueher mal 20 000 Tonne Fisch aus dem See geholt wurden verrosten heute nur noch Schiffwracks, weiter innen verpesten Ueberresten von geheimen Russischen Atom- und Biowaffentests die Umwelt (die Russen haben wohl nicht erwartet, dass dies jemals zum Vorschein kommt) Zudem ist die Anzahl regenfreier Tage auf 150 von ehemal 30 angestiegen... um nur ein Bruchteil der Folgen dieser Katastrophe zu nennen.
Der See waere zu retten wenn man 3 Jahre lang dem Amu-Darya kein Wasser stehlen wuerde, aber dass will wohl niemand wirklich versuchen. Denn dies wuerde bedeuten, dass Turkmenistan und Usbekistan 3 Jahre auf die Baumwollernte verzichten mussten....


Ansonsten ist bei uns alles tiptop. Wir freuen uns auch gewaltig darueber, dass nicht mehr ganz alles Essen nach Schaffett schmeckt. Dafuer muessen wir hier unter einem anderen Phaenomen leiden: fettiges  Essen. Jede Person die hier nicht ueber 100kg ist ist ein bioglogisches Wunder. Schliesslich wird hier alles Essen mit so viel Oel angerrichtet, dass sogar das Nationalgericht (Plov - Reiseintopf) im Oel schwimmt und aussieht als haette jemand versucht Reis zu frittieren. Auch die Shashlyk (Fleischspiesschen) werden hier zu 50% mit Fleisch und 50% mit Fett zubereitet. Am Anfang haben wir uns immer gefragt warum die Leute hier so grusigi Taefeli kaufen wenns doch feine Snacks, wie Pistachios und getrocknete Fruechte, in Huelle und Fuelle gibt. Naja, nachdem wir immer wieder festellen mussten, dass diese "feinen Snacks" ein Eigenleben haben und oefters noch eine extra Portion Proteine in Form von Maden mit sich bringen sind wir auch auf die Taefeli umgestiegen. Aber die Proteine haben uns sicher nicht geschadet...

Anfreunden muessen wir uns auch noch ein bisschen mit der " Postkommunistischen" Denkweisen der Leute hier. In jedem anderen Land kaempfen die Taxifahrer fuer jeden Passagier und sind sofort bereit dich fuer weniger als der Konkurrent an den gewuenschten Ort zu fahren. Hier ist das anders. Die Taxifahrer sprechen sich sogar ab, wie viel sie uns heuschen wollen und dann heisst es einfach: entweder man bezahlt einen der Deppen oder es faehrt dich keiner. Zudem ist es fuer sie auch kein Problem dich in ein Taxi von einem "Konkurrenten" zu verfrachen wenn das eigene Taxi zu klein ist, dies waere voellig undenkbar in jedem anderen Land.  Der Kommunismus fliesst hier immer noch in den Adern der Leute. Auch in der Landwirtschaft sieht man oefters riesige Gruppen auf einem Feld, ein Relikt aus Zeiten der Gemeinschaftsfarmen.

und noch ein kleines Highlight: Wir haben alle Visas fuer die Weiterreise beisammen! Tadschikistan, Kyrgistan und China wir kommmmmmen:-) nach diversen Aufrufen aus unserem Leservolk sind wir dem Wunsch gefolgt und haben unser Fotialbum ein bisschen gepimpt.

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