Nun sind wir am oestlichsten Punkt unserer Reise angekommen und schon Uebermorgen reisen wir wieder zurueck Richtung Euopa.
Aber alles von Anfang an.
Vor Peking waren wir noch in einem "kleinen Dorf", Pingyao. Ein aelteres Maennchen hat uns dort auf eine Velotour durch die Altstadt begleitet. Wir kamen in den Genuss von einer chinesischen Oper. In dieser Stadt leben die alten Leute in alten Schulgelaende und jeden Nachmittag organisieren sie zusammen eine Oper. Jeder der noch was auf die Reihe bringt musiziert oder singt. Leider waren wir wohl die einzigen ohne Hoerprobleme und deshalb mussten wir den Ort ziemlich bald verlassen, wir wollten ja keinen bleibenden Schaden riskieren. In einer anderen Schule wurden Poster von Stalin, Mao, Lenin und anderen "Helden" im Schulhof aufgehaengt. Auf die Frage warum, hat die Lehrerin gesagt: "Damit die Schueler lernen diese Personen zu respektieren!". Bei diesen Vorbildern kann ja kaum was schiefgehen.... Die Schulzimmer waren schwer als Solche zu erkennenen, eingeschlagene Scheiben, der hintere Teil voll Geruempel und die Kinder sitzen auf kleinen Hoeckerchen zusammengepfercht in vorderen Teil. Dies ist zwar nur das Schulzimmer fuer die "Sommerschule" wo die Kinder extra Unterricht bekommen damit sie auch sicher mal einen guten Job kriegen. Haben dann auch noch einen chinesischen Medizinmann besucht und ihm zugeschaut wie er die Heilmittelchen zusammenstellt. Bei uns kaufen wir eine Tablette, dort bekommt man einen halben Sack voller Bluemchen, Wurzeln und sonstigen natuerlichen Mitteln.
Nun aber zu Peking. Abgesehen von den schweisstreibenden Temperaturen und der nicht ganz klaren Luft ist hier alles wunderbar. Aber das Beste hier ist unser Host vom Couchsurfing. Barry ist eine Art chinesisches Wikipedia welches saemtliches Wissen ueber Politik/Kultur/Party/Essen usw. hat. So hatten wir unter anderem das Vergnuegen zu einem Glas Reiswein, Maden und Libellen (ohne Fluegel) zu knabbern, was Sam sogar noch ziemlich gut geschmeckt hat (obwohl er aus Angst vor Rache die Bienen und Wespen nicht versucht hat). Sportlich betaetigten wir uns in den letzten Tagen im hoechsten Masse. Seis auf der grossen Mauer zu Wandern oder an einem Hash House Harriers Event mitzumachen. Letzteres ist eine Organisation welche sich "a drinking group with a running problem" nennt. Eigentlich ist der Event einfach, es funktioniert so wie eine Schnitzeljagd. Bloss gibt es etwa nach jedem Kilometer eine Bierpause und dann gehts weiter bis man das Ziel erreicht. Dort geht der Spass weiter indem man "Traditionen auslebt" so muss man z.B ein Bier aus den eigenen Schuhen trinken wenn man sie das erste Mal traegt oder wird sonst fuer allerlei "Taetigkeiten" bestraft. Danach natuerlich fein essen und weitertrinken. Wer das mitmacht? Hauptsaechlich Australier, Englaender und sonstige Auslaender die hier wohnen und ein paar Chinesen die sich das antun. War auf jeden Fall lustig, auch wenn wir klatschnass vom Schweiss waren und am naechsten Tag (Muskel)kater hatten;-)
Ansonsten ist Peking ziemlich anstrengend. Diese Stadt ist einfach zu gross. Will man schnell vom Birdsnest ins Stadtzentrum ist gleich eine Stunde vorbei. Auch sonst haben hier wieder einen Haufen lustiges erlebt. Wir haben gerade Bananen getroffen, erfahren dass alle Nummern mit 4 nicht exisiteren da diese Zahl auf chinesisch wie "Tod" toent, dass billige Hotels keine Auslaender aufnehmen (der Grund ist uns immer noch unbewusst), dass Mao mumifisziert immer noch anschaubar ist und die Chinesen ohne Geschmacksverstaerker nicht kochen koennen (und dass sie auch in Peking ueberall hinpinkeln...)
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